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Die Märchenerzähler
"Und selbst wenn eines Tages nicht mehr geschrieben oder gedruckt werden wird oder darf,(...), wird es Erzähler geben,
die uns von Mund zu Ohr beatmen, indem sie die alten Geschichten zu neuen Fäden spinnen: laut und leise, hechelnd und
verzögert, manchmal dem Lachen und manchmal dem Weinen nahe."
Günter Grass (anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises)

Das Märchen ist die literarische Form, die jedem Menschen als erste in seinem Leben begegnet und die einen bis ins
hohe Alter hinein begleitet – als Kinder werden sie uns vorgelesen, später lesen wir sie selbst oder erzählen sie
unseren jüngeren Geschwistern, unseren Kindern und Enkelkindern. Und jedesmal wenn ein Märchen uns begegnet,
verstehen wir es auf eine andere Art und Weise. Als Kinder verlieben wir uns in Prinzessinnen und Prinzen,
haben Angst vor Drachen, Monstern und Hexen und zittern wenn es für den Helden nicht gut zu enden scheint.
Als Erwachsene erkennen wir, dass sich hinter den Geschichten, die unsere Kindheit begleitet haben oftmals
mehr verbirgt und lernen über Hoffnung, Liebe und Treue oder über Gier, Rachsucht und Hass.
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Die Märchentanten und -onkel der ANTHA
Die alte Tradition des Märchen- Erzählens aufleben zu lassen und einem breiten Publikum zu präsentieren haben sich
die „Fairy- Talers“ zur Aufgabe gemacht. Wir lesen alte und neue Märchen mit verteilten Rollen und untermalen die
Geschichten mit Musik und Toneffekten, die der Phantasie helfen sollen, sich ganz und gar in das Erzählte hinein
zu versetzen.
Wichtig ist uns, die Zuhörer nicht durch Handlungen auf einer Bühne abzulenken, sondern sie sich vollkommen den
gehörten Eindrücken hingeben zu lassen.
Wir sehen diese Art der Darbietung als Möglichkeit mit dem Zuhörer zu experimentieren um zu erfahren,
wie auch verschiedene Umgebungen oder natürliche Geräusche auf ihn wirken.
Premiere mit dieser, für die ANTHA neuen, Art der Märchen- Inszenierung hatten die „Fairy- Talers“ bei der
Burgkirchner Märchennacht 2004
, bei der die Zuhörer der spannenden Geschichte vom „Rumpelstilzchen“ lauschen konnten.
Inzwischen wurde das Programm um die Geschichten vom „Zwerg Nase“ und „Hänsel und Gretel“ ergänzt.
Die letzte Aufführung fand im Altenheim St. Klara in Altötting statt, bei der Bewohner und Mitarbeiter gemeinsam mit
Kindergartenkindern den Abenteuern von „Hänsel und Gretel“ folgen konnten. Der reichliche Applaus bewies uns einmal mehr,
dass Märchen eben doch nicht nur Kinder begeistern können.
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